Mit Musik Geld verdienen

Eventuell hast du dich ja schon einmal gefragt, ob man im Internet eventuell seinen Lebensunterhalt mit seiner selbst komponierten Musik bestreiten kann. Die Frage kann man nicht einfach mit ja oder nein beantworten. Das Thema „Auftragsproduktion“ lasse ich jetzt mal bewusst weg, weil am Thema Produktionsmusik das passive Einkommen viel interessanter ist. Um sich ein Bild machen zu können, muß man sich vorab erst einmal einige Fragen stellen:

  • Möchte ich Produktionsmusik oder Unterhaltungsmusik machen?
  • Kann ich Fans für mich begeistern?
  • GEMA-frei oder lieber doch einer Verwertungsgesellschaft beitreten?
  • Habe ich das nötige Equipment?
  • Reichen meine musikalischen Fähigkeiten aus?
  • Habe ich einen Plan, wie ich am besten vorgehe, um meine Musik zu Geld zu machen?
  • Bin ich bereit, überdurchschnittlich viel Zeit in meine Musik zu investieren?
  • Bin ich finanziell abgesichert, sollte mein Plan nicht aufgehen?


  • Produktionsmusik oder Unterhaltungsmusik
    Es ist nicht so, daß man sich auf eine Sparte festlegen muß; man kann schließlich auf mehreren Hochzeiten tanzen. Jedoch hat jede Musikart andere Zielgruppen, die sich erheblich voneinander unterscheiden und auch völlig andere Anforderungen an die Musik stellen. Wenn jemand ein leidenschaftlicher „Band-Musiker“ ist, der das Livespielen als seine Erfüllung sieht, ist er in der Unterhaltungsmusik wohl am besten aufgehoben. Sollte er oder sie auch noch gute Kontakte zur Studioszene haben, wäre auch ein Arbeiten als Studiomusiker denkbar – vorausgesetzt man kann sich spieltechnisch gut auf die benötigten Anforderungen einstellen. Denn es bedienen sich selbst professionelle Bands spezialisierter Studiomusiker, die für’s Album bestimmte Passagen oder ganze Songs einspielen, die manche ausgesprochene „Live-Musiker“ im Studio so nicht hinbekommen.


    Kann ich Fans für mich begeistern?
    Sollte der Weg zum Unterhaltungsmusiker dein Favorit sein, muß man Fans für sich gewinnen. Ansonsten geht dein / euer veröffentlichtes Album in der breiten Masse schlicht unter oder ihr verkauft keine oder nur unzureichend Konzertkarten. Voraussetzung ist, daß deine Musik die Leute begeistern muß. Denn ich behaupte einfach mal, daß man mit balinesischer Gamelanmusik nicht weit kommen wird. Egal wie gut oder kommerziell deine Musik auch ist, du kommst um eine gute Promotion-Strategie nicht herum. Leider reicht es nicht aus, das genialste Album aller Zeiten aufgenommen zu haben. Man muß die Leute auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen ansprechen und für sich gewinnen. Aufgrund der unüberschaubaren Möglichkeiten, die es im Netz gibt, gilt es, hier einen Schlachtplan auszuarbeiten, den man dann zielstrebig verfolgen sollte. Gegebenenfalls ist es eine gute Idee, wenn man sich hierfür individuell von spezialisierten Agenturen oder Promotern beraten lässt. Hier ist einige Vorsicht geboten, um nicht Betrügern in die Hände zu fallen, die einem zwar gerne das Geld aus der Tasche ziehen, jedoch im Anschluss nichts oder kaum etwas dafür leisten. Das Szenario von einer großen Plattenfirma entdeckt zu werden, lasse ich mal ganz aussen vor. Sollte es denn wirklich passieren, empfehle ich, einen Anwalt für Musikrecht aufzusuchen und den Vertrag der Plattenfirma prüfen zu lassen. Dann steht der steilen Karriere nichts mehr im Wege. Um dann auch wirklich Geld verdienen zu können, ist eine Anmeldung bei der GEMA oder einer vergleichbaren Verwertungsgesellschaft in diesem Fall der eher logische Schritt. Solltest du dich dazu entscheiden, keine eigenen Songs zu komponieren, sondern ausschliesslich ausübender Künstler zu sein, ist die GVL für dich zuständig, die die sogenannte „Zweitverwertung“ verwaltet.

    Die Produktionsmusik ist eine ganz andere Geschichte. Man spielt eher indirekt für ein bestimmtes Publikum; primär für ein bestimmtes Produkt oder eine konkrete Stimmung – etwa für einen Spielfilm oder einen Werbespot. Man hat keine Fans, die einem zujubeln oder nach einem Song applaudieren. Man hat die Aufgabe, ein Musikstück zu komponieren, daß sich im besten Fall für eine breite Palette an Anwendungen eignet und sich aufgrund dessen auch gut verkauft. In vielen Fällen wird man auch nie erfahren, wer die Musik erworben hat und wofür sie verwendet wurde (abhängig davon, auf welcher Verkaufsplattform man seine Musik anbietet). Produktionsmusik verlangt oft auch, sich dem Markt, den aktuellen Trends oder Stilrichtungen, die gerade angesagt sind, anzupassen. Egal, ob man sie mag oder nicht. Es sei denn man sieht sich als Trendsetter und kreiert gerade den neuesten Beat am Markt. In der Realität bleibt der „Produktionsmusik-Mensch“ im Hintergrund, wird eher nicht berühmt und muß einfach nur das abliefern, was multimedial gerade gefragt ist. Wer damit gut leben kann, für den ist „Production Music“ genau das Richtige!


    GEMA-frei oder lieber doch einer Verwertungsgesellschaft beitreten?
    Auch wenn man Produktionsmusik macht, stellt sich die Frage: „trete ich einer Verwertungsgesellschaft bei oder nicht?“.
    Ich persönlich habe mich gegen eine Mitgliedschaft bei einer Verwertungsgesellschaft entschieden, um frei bestimmen zu können, wie und wo ich meine Musik verkaufe. Aber auch hier sollte man alle Vor- und Nachteile genau abwägen. Sollte meine Musik einmal in einem Fernsehwerbespot auftauchen, erhalte ich keine Verwertungsgebühren. Wäre ich Mitglied bei z.B. der GEMA, würde ich bei jeder Ausstrahlung dieses Werbeclips eine Vergütung erhalten, die nach einem festgelegten Tarifschlüssel bestimmt wird.
    „Es ist doch dann dumm, daß du kein Mitglied bei der GEMA bist!“, wird vielleicht so mancher sagen.
    Jein. Die Käufer GEMAfreier Musik wollen eben genau eins nicht: GEMA-Gebühren zahlen. Und die Nachfrage besteht zweifellos. Das Dumme an der GEMA ist, daß ich mir als GEMA-Mitglied nicht die Songs aussuchen kann, die dort angemeldet werden oder nicht. Sonst könnte ich GEMA-Mitglied sein und mein Portfolio einfach aufteilen. Bei der GEMA geht das entweder ganz oder garnicht – für mich nicht mehr zeitgemäß und total unverständlich.

    Allerdings geht auch im Bereich „GEMAfreie Musik“ der Trend klar zu Dumpingpreisen und Flatrate-Angeboten. So wie die Tante-Emma-Läden damals nicht überlebt haben, werden die kleinen Shops irgendwann wohl auch nur noch ein Schattendasein fristen.


    Habe ich das nötige Equipment?
    Seit ultraschnelle Computer selbst komplexe Musikkompositionen mit CPU-hungrigen Plugins locker bewältigen, kann man mit vergleichsweise wenig Geld schon einiges anstellen – im Gegensatz zu früher, wo noch ein ganzer Gerätepark angeschafft werden musste. Dank freier DAW’s (Digital Audio Workstations), die ermöglichen, mehrspurig Audioaufnahmen und MIDI-Sequenzen zu verarbeiten, sowie etlicher Freeware-Plugins von Klangerzeugern und Klangformern (wie beispielsweise Equalizer oder Kompressoren), ist man mit einem schnellen Rechner schon gut aufgestellt. Hinzu kommen – je nach Anspruch und Anwendung – edle Mastering-Plugins, Mikrofone, Audiointerface, Abhörmonitore oder hochqualitative Sound-Libraries. Hier ist nach oben dann ziemlich viel Luft, insbesonders, wenn man im orchestralen Bereich tätig werden möchte.

    Vielleicht denken manche, wenn sie keine Waves-Plugins besitzen und nicht mit Pro Tools arbeiten, könnten sie auch keine professionell klingenden Aufnahmen produzieren. Das ist aber Unsinn. Viele der Werkzeuge werden völlig überbewertet. Sicherlich gibt es einige Plugins, die ein Producer als Geheimwaffe einsetzt. Mit der Grundausstattung hast du aber bereits alles, was man für das Produzieren von gut klingenden Kompositionen braucht. Ein erfahrener Producer wird aus einem Freeware-Programm ohne teure Plugins hundert Mal mehr rauskitzeln, als das, was ein Anfänger nicht mal ansatzweise mit Pro Tools und allen Waves-Plugins zusammen hinkriegen würde.

    Viel wichtiger als die Ausstattung des Rechners ist nämlich das Wissen, sämtliche Werkzeuge auch produktiv und gewinnbringend zu bedienen. Wem die Wörter „Equalizer“, „Kompressor“, „Sidechain“ oder „Mastering“ nichts oder eher kaum etwas sagen, der sollte sich zunächst einmal einige Grundlagen der Signalverarbeitung aneignen. Hierzu gibt es – speziell auf YouTube – massenhaft Anleitungen. Denn wenn ich Produktionsmusik verkaufen möchte, wird jeder Vertriebspartner fertig gemasterte (also komplett verarbeitete und für die Produktion sofort einsetzbare) Audio-Dateien verlangen. Es mag einige Ausnahmen geben, jedoch ist dies die Regel.

    Und als Referenz kann man sich schonmal die Konkurrenz-Stücke auf der jeweiligen Seite anhören. Wenn deine nicht mal annähernd vergleichbar sind, dann warte lieber mit der Bewerbung und arbeite an der Qualität, bis deine Songs einen Vergleich nicht zu scheuen brauchen. Bemerkst du, daß deine Songs vorne und hinten nicht mit dem Stil der Songs in der Library harmonisieren, gehe zur einfach zur nächsten, die besser passt. Du selbst wirst dich weiterentwickeln und vielleicht ist der richtige Zeitpunkt einfach noch nicht da.


    Reichen meine musikalischen Fähigkeiten aus?
    Auch hinsichtlich der Kreation von Musik hat sich aufgrund moderner Produktionsmittel einiges geändert. Wo in den frühen Zeiten des Tonbands noch alles per Hand eingespielt wurde, erleichtern heute zuvor erwähnte DAW’s oder Sequenzer mit etlichen Tools die Arbeit erheblich. Nicht nur im Bereich der elektronischen Musik gibt es auch für Kreative, die eben kein Instrument im herkömmlichen Sinne spielen, die Möglichkeit musikalisch aktiv zu werden. Es entstehen dann vielleicht neue Spielarten oder gar komplett neue Genres. Die Entwicklung neuartiger Werkzeuge zur Musik-Kreation hört nicht auf und die Zukunft hält sicherlich noch das eine oder andere bahnbrechende Spielzeug bereit.

    Es stellt sich hier allerdings die Frage nach der kommerziellen Tauglichkeit oder Verwendbarkeit der Kompositionen. Da der Mainstream-Markt schon ziemlich übersättigt ist, sind es zukünftig vielleicht gerade diese neuartigen Werke, die dann gefragt sind. Bis jetzt hält sich nach meiner Erfahrung jedoch noch der „massenkompatible“ Sound, den man in etlichen Kopien und Variationen auf zahlreichen Library-Seiten hört. Wobei wir wieder bei den musikalischen Fähigkeiten wären. Viele dieser Songs sind weder musikalisch noch handwerklich besonders anspruchsvoll. Was die überdurchschnittlich kommerziell erfolgreichen Songs jedoch von den übrigen unterscheidet, ist oft ein spezieller Sound, eine geniale Kombination von Sounds oder eine besondere Instrumentierung oder Melodie – also in gewisser Weise dann doch wieder anspruchsvoll ;-). Aber nicht immer so, daß man es mit bescheidenen Mitteln nicht auch hinbekommen könnte.

    Der eine oder andere ist vielleicht in einem bestimmten Genre sehr stark und könnte sich darauf spezialisieren. Es nützt herzlich wenig, wenn ein eingefleischter Rocker unbedingt sämtliche Genres abdecken möchte, dabei aber total unglaubwürdige Songs produziert. Sicherlich ist nichts angeboren und kann auch erlernt werden. Aber manchmal ist die Fokussierung auf ein Thema doch die bessere Wahl. Das muß jeder für sich entscheiden.

    Ein beliebter Leitsatz in der Produktionsmusik lautet: „keep it simple“. Denn als enthusiastischer Musiker möchte man gerne seinen Song so abwechslungsreich wie möglich gestalten. Leider verhindert die – eigentlich ja positiv zu bewertende – Kreativität oftmals die Lizenzierung des Stückes. Wo der Musiker hocherfreut seinem phänomenalen Gitarrensolo lauscht, ärgert sich der Filmschaffende über selbiges, weil in seinem Video an dieser Stelle eine Sprecherin die tollen Produkt-Features erklärt und das Gitarrensolo alles andere als unterstützend wirkt. Das heisst nicht, dass nicht auch ein Gitarrensolo in einem Song sinnvoll sein kann. Ich möchte hiermit nur veranschaulichen, wie sich die eine oder andere musikalische Entscheidung auswirken könnte.

    Habe ich das gleiche Stück mit dem besagten Gitarrensolo zusätzlich noch als Version ohne Solo und ggf. noch im Hinblick auf die Verwendbarkeit als Hintergrundmusik bereitgestellt, sind wieder alle zufrieden und das Video wird dann vielleicht doch noch mit diesem Song unterlegt bzw lizenziert. Grundsätzlich fährt man bei der Erstellung von Produktionsmusik immer gut wenn man folgende Varianten bereit stellt:

  • Haupt-Song
  • Variation (evtl. als Hintergrundsong ohne Melodie)
  • 60-Sekunden-Version
  • 30-Sekunden-Version
  • Stinger-Version (kurzes Intro- oder Jingle von einigen Sekunden)
  • Loop-Version (Ausschnitt, der in einer Endlosschleife abgespielt werden kann – abhängig vom jeweiligen Genre)

  • Man muss sich halt beim Komponieren die Frage stellen: „wofür könnte man die Musik später verwenden“? Fällt einem rein garnichts dazu ein, ist das Stück kommerziell wohl eher nicht so geeignet. Man muss also kein musikalisches Genie sein, um Produktionsmusik zu komponieren. Einige Grundlagen der Harmonielehre sind sicherlich nicht von Nachteil.

    Eine weitere wichtige Anforderung an den Komponisten ist die Fähigkeit, den Song ziemlich genau zu verschlagworten und in die sprichwörtliche Schublade zu stecken. Ich persönlich mag im Grunde – musikalisch – gar keine Schubladen; aber leider muß man seine Schlüsselwörter (oder Neudeutsch „Keywords“) mit sehr viel Bedacht wählen. Liegt man daneben, wird der Song zwar unter dem Schlagwort gefunden, jedoch wird der potenzielle Käufer höchstens die Stirn runzeln, wenn er den Song anspielt und das Keyword nicht passt. Ja, es klingt einfach, den Verwendungszweck eines Songs einzugrenzen – erfahrungsgemäß ist es das oft aber eben nicht; besonders wenn man gerade in die Materie einsteigt. Mit der Zeit wird man da sicherer.

    Genauso wie einen guten Titel zu finden. Ich gebe ehrlich zu, daß ich lieber auch tolle und eher tiefgründige Titel mag. In der Library-Music ist aber auch das eher zu vermeiden. Ich habe mal irgendwo gelesen, daß einmal ein „Musikverantwortlicher“ Tracy Chapmans Song „Fast Car“ für ein Video gewählt hat, das ein Autorennen zeigt – jedenfalls sowas in der Art. Man braucht eigentlich nicht viel Musikgefühl, um zu merken, daß die Wahl wohl völlig daneben lag. Lange Rede kurzer Sinn: Es kann schon von Vorteil sein, wenn die Songs beispielsweise „Uplifting Motivating Superbillig Corporate Pop“ oder so ähnlich heißen. In den Suchergebnissen werden diese Stücke dann meist auch ganz oben aufgelistet, sollte jemand einen dieser Suchbegriffe eingegeben haben. Ja, ich gebe zu, das sieht dann immer alles gleich aus und diese charakterlosen Namen gefallen mir überhaupt nicht. Aber wie sagt man so schön: „Der Zweck heiligt die Mittel“.

    mit musik geld verdienen

    Habe ich einen Plan, wie ich am besten vorgehe, um meine Musik zu Geld zu machen?
    Wie auch im Bereich der Unterhaltungsmusik muß ich mir die Frage nach einem Plan stellen. Hier brauche ich keine Fans im klassischen Sinne, sondern Medienschaffende, die genau nach meiner Musik suchen. Angesichts der überwältigenden Masse an Musik, die derzeit den Markt flutet, eine ganz schön schwierige Angelegenheit.

    Aber immerhin kannst du es dir etwas einfacher machen, bis du dann später endlich deine Songs auf den Markt bringst. Du könntest beispielsweise Templates von deinen Songdateien anlegen, um bestimmte Sound- / Instrument-Kombinationen wieder einfach abrufen zu können und für einen neuen Song zur Verfügung zu haben.

    Du kannst dir die kommerziell angesagten Songs anhören und genau studieren, wie sie funktionieren. Du musst das Rad nicht neu erfinden. Beim Komponieren ergeben sich dann automatisch neue Ideen, die man in die bewährten Strukturen einfliessen lassen kann.

    Du schaust dir die Fernsehwerbung an und achtest auf die Songs und wie sie dort eingesetzt wurden.

    Mit der Erstellung der Musik ist es dann aber nicht getan. Bevor ich irgendwas verkaufen kann, muß ich die Musik katalogisieren (wie im vorigen Abschnitt schon angedroht). So ziemlich jeder, der später die Songs verkaufen möchte, braucht die nötigen Grundangaben wie BPM (Beats per Minute; also das Songtempo), Dauer der Stücks, Genre, ggf. die Tonart, Schlagwörter, manchmal die verwendeten Instrumente und eine kurze Beschreibung des Liedes. Man glaubt es nicht, aber es braucht – genauso wie die Komposition – Zeit und ist unbedingt erforderlich, will man nicht später im absoluten Chaos beim Einpflegen der Titel enden. Das Anlegen einer Datenbank oder Excel-Tabelle mit allen relevanten Angaben ist also Pflicht.

    Auch sollte man beim Exportieren seiner gemasterten Songs darauf achten, verschiedene Auflösungen und Dateiversionen zu erstellen. Sicherlich können diese nachträglich konvertiert werden, bedeutet aber wieder zusätzlichen Arbeitsaufwand. Sinnvoll wären folgende Datei-Versionen:

  • WAV-Datei mit 16bit – 44,1 kHz
  • WAV-Datei mit 24bit – 44,1 kHz
  • WAV-Datei mit 24bit – 48 kHz (gewöhnlich von exklusiven Libraries als Sendeformat benötigt)
  • MP3 – 96kbps
  • MP3 – 128kbps
  • MP3 – 320kbps


  • Vielleicht noch einige Dinge, die man schnell aus den Augen verlieren kann:

  • Bei orchestralen Stücken sollte z.B. die Orchestrierung konsistent bleiben.
  • Die Instrumentierung sollte nicht wild wechseln, beispielsweise mit einem Dance-Intro starten und dann in einen akustischen Teil übergehen. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, wie die aktuelle Chartmusik zeigt; aber nicht immer auch als Produktionsmusik funktioniert.
  • Das Tempo sollte durchgängig gleich bleiben.
  • Gute Songstruktur, die sich mit zwei oder drei Abschnitten steigert – mit kurzem Intro und definiertem Ende (hängt vom jeweiligen Genre ab)
  • Intro kurz halten, da sich ein Kunde meist nur die ersten Sekunden anhört.


  • Hat man seine ersten Megaseller produziert, sucht man im Netz nach Anbietern für GEMAfreie Musik oder – wenn man sich für eine Mitgliedschaft bei einer Verwertungsgesellschaft entschieden hat – nach Anbietern für Musik, die auch bei der GEMA registriert sein kann oder muß. Davon gibt es sehr viele. Der Markt ändert sich aber ständig. Manche Libraries setzen vor Vertragsabschluß eine Mindestanzahl an Songs voraus. Einige Portale möchten gerne vorab deine allerbesten Songs hören, um zu entscheiden, ob deine Musik auch den erforderlichen Qualitätsansprüchen genügt. Hier hat man meist keine zweite Chance. Die Songs sollten also mit Bedacht ausgewählt werden.

    Solltest du zu den Glücklichen gehören, die Songs einreichen dürfen, diese jedoch möglicherweise abgelehnt werden, nicht den Mut verlieren. Vor allem solltest du aber nicht etwa eine wütende Mail schreiben, warum denn dein toller Song nicht angenommen wurde und rumdiskutieren. Es ist nie persönlich gemeint. Entweder passt dein Song nicht in das Gesamtbild des Shops oder vielleicht klingt er zu altbacken; oder wird wiederum aufgrund einer ganz anderen banalen Bauchentscheidung abgelehnt. Hin und wieder erfährt man den Grund für die Ablehnung. Dann hat man wertvolle Anhaltspunkte, was beim nächsten Mal besser gemacht oder geändert werden sollte.

    Man unterscheidet grundsätzlich zwischen exklusiven und nonexklusiven Verträgen. Wer exklusiv für eine Musik-Bibliothek arbeitet, geht immer ein erheblich höheres Risiko ein, weil noch gar nicht sicher ist, ob auch genügend Verkäufe erzielt werden. Man sollte den Vertrag genau studieren, um ggf. durch Verhandeln eine Klausel einbauen zu lassen, bei einem Nichtverkauf der Songs, diese nach einer bestimmten Zeit wieder zurücknehmen zu können. Denn wenn sich ein Stück auch nach z.B. zwei Jahren nicht verkauft hat, wird es in den nächsten Jahren nicht viel wahrscheinlicher. Der Song ist dann dort begraben und verstaubt.

    Nonexklusiv: ja, es ist schon ärgerlich, sollte ein Kunde das gleiche Stück in unterschiedlichen Libraries zu den unterschiedlichsten Preisen finden. Andererseits – sind wir mal ehrlich – ist es aber auch wieder lächerlich, weil wir mittlerweile auf einem derart niedrigen Preisniveau angekommen sind. Solllte jemand mehr bezahlen, ist es zumindest gerecht. Die niedrigen Preise sind allenfalls für die Betreiber dieser Libraries gut – nicht für die Musiker. Also bleibt den meisten Künstlern gar keine andere Wahl, als auf so vielen Seiten wie möglich ihre Songs anzubieten. Anders könnten sie schlicht nicht von der Musik leben (unberücksichtigt und eher eine Ausnahme sind hier die Top-Künstler, die im Monat ein Jahreseinkommen generieren). Um das Maximum an Einnahmen zu erzielen, ist zweifellos die nonexklusive Variante vorzuziehen. Ausser, man verkauft z.B. auf der eigenen Webseite und hat soviel Verkäufe, daß man davon leben kann. Wenn ja, dann vermutlich nicht mehr lange… 😉


    Bin ich bereit, überdurchschnittlich viel Zeit in meine Musik zu investieren?
    Wer denkt, er könnte heute im Bereich GEMAfreier Musik oder Produktionsmusik mal so nebenbei die große Kohle machen, der irrt. Sicherlich lassen sich schon einige Songs in kurzer Zeit erstellen. Wenn man sich aber ein solides Fundament in dieser Branche aufbauen möchte, kommt man um die Investition von Unmengen an Zeit leider nicht herum. Aus Erfahrung weiß ich, wie zeitaufwendig das Einpflegen der Songs in die Verkaufsysteme der jeweiligen Vertriebspartner sein kann. Es kommt auch immer wieder vor, daß die – teilweise wochenlang – investierte Zeit umsonst war. Entweder erweist sich die verheißungsvolle Plattform als Luftnummer oder ist nach einiger Zeit insolvent oder einfach so vom Markt verschwunden.

    In den Anfängen der Produktionsmusik aus dem Internet konnte man noch mit wenigen guten Songs eine Menge Geld machen. Etwas später konnte man mit zahlreichen zumindest brauchbaren Songs noch auf den Streueffekt zählen. Das ist heute durch die Übersättigung leider nicht mehr so einfach möglich. Hinzu kommt der erwähnte Preiskampf, der die Lage zusätzlich verschärft.


    Bin ich finanziell abgesichert, sollte mein Plan nicht aufgehen?
    Wer sich in seinem Job gut aufgehoben fühlt, sollte sich dreimal überlegen, ob er als Quereinsteiger mit Musik Geld verdienen möchte, nur weil man das Hobby zum Beruf machen will. Vielleicht fragt man sich einfach:

  • Habe ich die Möglichkeit, leicht einen neuen Job zu finden, wenn’s mit der Musik nicht klappt?
  • Bin ich so kreativ, daß ich jeden Tag neue Musik machen kann?
  • Habe ich finanzielle Rücklagen, auf die ich im Notfall zugreifen kann?
  • Unterstützt mich meine Familie vielleicht bei meinem Vorhaben?
  • Versuche ich es mit der Musik vielleicht zuerst nur als Nebenjob?
  • Habe ich bedacht, daß ich Renten- / Krankenversicherungbeiträge zahlen muß?


  • Der Artikel ist für diejenigen gedacht, die selbst Musik machen, sich aber nicht ganz sicher sind, ob Musik für sie nicht mehr sein kann als nur ein Hobby. Es soll ein realistischer und kurzer Einblick in das Thema GEMAfreie Musik oder Produktionsmusik sein. Diese Musik wird es sicherlich in Zukunft noch geben. Der Markt drumherum verändert sich stetig. Was vor einem Jahr noch funktioniert hat, wird im nächsten schon wieder ganz anders sein. Wer auch Rückschläge wegstecken kann und an seiner Musik arbeitet, sich verbessert, der kann auch in Zukunft noch seinen Platz in der Musikbranche finden.

    Warum ist das Wasserzeichen in der Musik?

    Die Meinungen gehen auseinander, wenn es um das Wasserzeichen (auf dieser Seite die Stimme, die regelmässig „Music by Toy Invention“ sagt) geht. Diese Maßnahme ist (leider) nötig, um zu verhindern, daß die Songs auf Seiten landen, die damit dann illegal Geld verdienen.
    Zwar ist es für den Hörer sicherlich störend, wenn da ständig jemand in die Musik reinplappert, jedoch zeigt die Erfahrung, dass Piraterie im Internet eine ganz alltägliche Sache ist.

    Manche Verkaufsplattformen generieren niedrig aufgelöste Vorschaudateien, was dann aber nach einiger Zeit auch ganz schön das Gehör strapazieren kann. Auf toyinvention.de sind alle Preview-mp3 in der Auflösung von 160 kbps; ein Kompromiss, der schon recht brauchbar klingt.

    Unglücklicherweise erfordert das Hinzufügen eines Wasserzeichens zusätzliche Arbeit, aber die Musik kann nicht gestohlen und auf kriminellen Verkaufsplattformen zu Geld gemacht oder unlizenziert verwendet werden, was dann ziemlich unfair gegenüber den Leuten ist, die sie legal erworben haben.

    Technisch versierte überlisten jedoch auch das Wasserzeichen. So ist es nur einer von weiteren Mechanismen, die als Vorsorge gegen unbefugtes Kopieren in Betracht kommen.

    audio wasserzeichen

    Eine wirksame Massnahme, die eigenen Aufnahmen mit einem zusätzlichen Schutz zu versehen, ist das sogenannte „Content-ID-System“. Hierbei werden die Stücke in eine Datenbank bei einem Content-ID-Dienstleister wie beispielsweise AdRev eingelesen, die dann auf YouTube kontinuierlich den Audioinhalt abgleicht. Wird das betreffende Musikstück gefunden, meldet das System einen Urheberrechtsanspruch. Unrechtmässig genutzte Musik (beispielsweise ohne erworbene Lizenz) kann dann nicht mehr in monetarisierten (mit geschalteten Anzeigen zum Geldverdienen versehenen) Videos genutzt werden.

    Bei Rechteinhabern, die einen starken Bekanntheitsgrad haben, ist diese Vorsorgemaßnahme fast schon zwingend. Wer die Geschichte von Tim Mc Morris kennt, wird den Schritt zum Content-ID verstehen können. Interessierte können es hier erfahren (engl.). Denn die kriminelle Energie so mancher Zeitgenossen kennt bekanntlich keine Grenzen.

    Das System birgt natürlich auch Nachteile. Kunden müssen sich nach der Lizenzierung der Musik und bei anschliessender Veröffentlichung auf YouTube mit der Prozedur des sogenannten „Withelistings“ befassen. Dabei wird dem Content-ID-Dienstleister mitgeteilt, dass der Nutzer des YouTube-Kanals eine Lizenz für das registrierte Musikstück erworben hat. Anschliessend kann er sein Video wie gewohnt monetarisieren. Das ist zwar lästig, aber auch kein unzumutbares Hexenwerk.

    Die Musik auf dieser Seite ist nicht in einem Content-ID-Programm. Falls wider Erwarten dennoch Urheberrechtsansprüche nach einer Lizenzierung bei uns auf YouTube angezeigt werden sollten, nur die Ruhe. Eine kurze Mail an uns genügt – wir regeln den Rest. Nach spätestens 48 Stunden sollte der Hinweis verschwunden sein.

    Spotify senkt die Wiedergabelautstärke auf -14 LUFS

    Als bekannt wurde, dass der Streaminganbieter Spotify die Wiedergabelautstärke auf -14 LUFS (Loudness Units relative to Full Scale – Lautheits-Einheiten relativ zum digitalen Vollpegel) reduziert hat, dachte ich, dass doch noch alles gut werden kann und der sogenannte „Loudness War“ womöglich ein Ende hat. Warum das nicht nur aus Sicht der Musikschaffenden eine feine Sache ist, versuche ich hier in einfach verständlicher Form zu erklären.

    Um zu erläutern, was es eigentlich mit dem Begriff „Loudness War“ auf sich hat, muss man zunächst verstehen, was in den letzten Jahrzehnten in der Musikbranche – meistens beim sogenannten „Mastering“ – stattgefunden hat.

    Das Mastering ist der finale Schritt in der Musikproduktion. Der fertig gemixte Titel (in der Regel -6 bis -4 dB ausgesteuert) bekommt seinen letzten Schliff durch Klangveredelung und Verdichtung, um eine Lautheit zu erreichen, die nach Möglichkeit die der anderen Produktionen übertrifft. Man tritt so aus der Masse hervor und suggeriert eine scheinbar höhere Qualität. Denn subjektiv wird ein lauteres Musikstück auch als besser empfunden.

    In der digitalen Musikproduktion ist die 0-dB Marke die absolute Obergrenze – und Produktionen, die auf dieses Maximum mit Hilfe von Kompressoren und Limitern exzessiv „platt gemacht“ wurden, besitzen in der Regel so gut wie keine Dynamik mehr. Um es anschaulicher zu machen, sind nachfolgend die Wellenformen eines ungemasterten Songs (also der Mix ohne nachfolgender Bearbeitung durch Limiter und Kompressor) oben sowie darunter der gleiche Song als gemasterte Version abgebildet.

    Wie man deutlich sehen kann, sind die Pegelspitzen bei der gemasterten Version „abgeschnitten“ worden. Dabei ist dieses Beispiel noch nicht mal so extrem. Musik zu hören, die hochkomprimiert wurde, ist deutlich anstrengender und besitzt wie gesagt fast keine Dynamik mehr.

    Gut – aber was heisst es denn nun im Klartext, wenn Spotifiy (und übrigens auch Apple Music, Tidal und Youtube) die Wiedergabelautstärke reduziert? Es bewirkt, einfach ausgedrückt, dass alle Songs, die dem Loudness War gefolgt sind, nun relativ leise abgespielt werden. Wobei hingegen die Stücke, die dynamisch abgemischt wurden, lauter werden. Wäre wünschenswert, wenn sich fortan wieder etwas mehr Dynamik durchsetzt und die Musik in ihrer Ursprungsform zu hören ist.

    Wer die Thematik „Loudness War“ genau nachlesen möchte, findet auf folgender Seite einen guten Überblick (engl.):
    Dynamic Range Loudness War

    Sunkissed – der Sommer ist da!

    Sunkissen-warmer Song für die Werbung

    Wann immer auch eine warm klingende Untermalung benötigt wird, die intensiv aber unbeschwert nach Sommer klingen soll, liegt man mit „Sunkissed“ genau richtig.

    Der mit reichlich Country-Flair angehauchte Mix aus spärlichen Vocals, Piano, Akustikgitarren, Schlagzeug und Violine liegt voll im Trend. Gemafreie Musik, die nicht billig klingt aber dennoch preiswert ist und sich für zahlreiche Anwendungen – insbesonders Werbung – hervorragend einsetzen lässt.

    Kostenlose Musik!

    Die neue Seite „Kostenlose Musik“ mit 21 neuen Songs bietet sich besonders für Projekte an, die gar nix kosten sollen oder einfach nur zur Unterhaltung. Eine erste Auswahl an Stücken aus zufälligen Genres und Themen soll hier nur den Anfang bilden.

    Es finden sich neben jazzigen Hintergrundsachen auch Dance-Tracks oder Folk- und Popmusik. Alles absolut GEMA-frei und ohne Anmeldung ganz einfach herunterzuladen. Dabei ist die Verwendung sowohl in privaten als auch kommerziellen Projekten möglich. Limitierungen bestehen darin, daß die Songs – egal in welcher Weise – nicht weiterverkauft werden dürfen.

    Darüber hinaus gilt die Beschränkung, die Musik nicht im Zusammenhang mit Gewalt, Rassismus, Beleidigung, Politik oder ähnlichen Dingen zu verwenden.

    Die Seite mit den Songs findet ihr hier: Kostenlose gemafreie Musik!

    Viel Spass beim Reinhören!

    Logic-Tip „Latenzmodi und Timing“

    Bei der täglichen Arbeit mit dem Sequenzerprogramm „Logic“ ist man stets bemüht, für jedes Stück das perfekte Timing zu finden. Damit meine ich nicht, dass jeder Song supergenau tight klingen soll, sondern dass vielmehr für jeden Song individuell das letzte Quäntchen an überzeugender Ausdruckskraft herausgekitzelt werden muss. Das ist speziell bei Timingangelegenheiten eine ganz knifflige Sache.

    Wo bei einem Stück tödlich exaktes Timing genau auf den Punkt trifft, bewirkt es beim anderen unter Umständen eine ungewollte Sterilität, die dem Song eher schadet. So habe ich beim Vergleich der beiden Plug-In-Latenz-Modi „Spuren für Audio und Software-Instrumente“ sowie „Alle“ Unterschiede im Timing feststellen können. Gemeint ist hier das Timing aller Bestandteile des gesamten Arrangements zueinander bei der letztendlichen Ausgabe, also beim Bouncen.

    Die Einstellmöglichkeit befindet sich im Menü „Einstellungen“ in der Abteilung „Audio“ und dort im zweiten Reiter „Allgemein“. Voraussetzung, diese Einstellmöglichkeit zu sehen, ist die Aktivierung der Option „Erweiterte Werkzeuge einblenden“ unter „Einstellungen – Erweitert“.

    Einstellung Spuren für Audio und Software-Instrumente

    Die Einstellung „Spuren für Audio- und Software-Instrumente“, die ich persönlich während des Einspielen der Software-Instrumente nutze, vergleiche ich immer auch mit der Einstellung „Alle“. Die feinen Unterschiede im Timing der jeweiligen Einstellung bewerte ich abschliessend für jeden Song neu. Bei einem Dance-Track beispielsweise kann die Einstellung „Alle“ dem Stück dann den letzten Schliff geben – muss es aber nicht. Dies kann man nur durch genaues Vergleichen in Bezug zu persönlichen Vorlieben für sich entscheiden.

    Einstellung Alle

    Die Unterschiede sind nicht immer leicht zu hören, jedoch habe ich diesen „Kontrollpunkt“ in meinen Arbeitsablauf schon komplett integriert. Natürlich wird dies dann in den „Notizen“, die eine wertvolle Arbeitshilfe sind, vermerkt. Denn wenn ich nach einigen Wochen den Song nochmals exportieren muss, bin ich froh, den Vermerk über die jeweilige Einstellung in meinen Notizen zu finden und ich nicht nochmal neu entscheiden muss. Vergleicht einfach mal die beiden Einstellungen bei einem fertigen Arrangement und macht euch selbst ein Bild.