Kategorie: <span>Blog</span>

Wie finde ich die richtige Musik für mein Video?

Wie finde ich die richtige Musik für mein Projekt? Tja, vermutlich geht es fast jedem ambitionierten Filmer ähnlich, wenn das mit viel Leidenschaft und Herzblut geschnittene Video kurz vor der Vollendung steht: Ausleuchtung sieht hervorragend aus, Live-Ton sowie Atmo sitzen, das Color-Grading ist erledigt und der Schnitt hat das perfekte Timing. Doch irgendwas fehlt dem Werk jetzt noch…

Klar, die passende Musik!

Daß dieser Arbeitsschritt eine Herausforderung für sich ist, kann wohl jeder bestätigen, der professionell in der Film- oder Werbebranche arbeitet. Dabei ist es ziemlich egal, ob es eine Dokumentation, Spielfilm oder ein Werbefilm ist. Mit der Musik steht und fällt der Gesamteindruck des Films – die Aussage. Ist die Wahl schlecht getroffen, wird der ganze Aufwand zuvor zunichte gemacht. Der Film sieht zwar nach wie vor immer noch toll aus, aber irgendetwas stört den Zuschauer. Vermutlich kann er nicht einmal genau erklären, was nicht stimmt, jedoch merkt er – zumindest unterbewusst – daß da was nicht so richtig funktioniert.

Sehr oft wird die Musik aber schon im Vorfeld lizenziert und der Schnitt dahingehend optimiert, so dass der Eindruck ensteht, als wäre das Lied eigens für diesen Film komponiert worden.

Je nach Anforderung des Endprodukts hat man verschiedene Möglichkeiten, die passende Musik für den Film zu finden. Es gilt, den jeweils für das Einsatzgebiet am besten passenden Weg zu finden, der erstmal einige Überlegungen voraussetzt. Auch den Zeitaufwand für die Musikrecherche sollte man nicht unterschätzen. Selbst bei einer handvoll Songs können da locker einige Stunden zusammenkommen.


Folgende Fragen sollen nachfolgend kurz behandelt werden:

  • warum kann ich nicht einen Song aus dem Radio nehmen?
  • kostenlose gemafreie Musik – taugt die was und woher nehmen?
  • was ist Musik unter Creative-Commons-Lizenz?
  • soll vorgefertigte Musik aus Quellen wie Downloadportalen verwendet werden (geringes Budget)?
  • ich benötige ständig Musik – gibt es auch Flatrate-Angebote?
  • erfordert der Film eine Auftragskomposition, um die Wertigkeit zu unterstreichen?
  • ist es erforderlich, daß die benötigte Musik GEMA-pflichtig oder GEMA-frei ist?
  • soll der oder die Songs Gesang beinhalten?
  • ist evtl. zusätzlich ein Sound-Branding (z.B. bei Marken-Werbung) erforderlich?
  • welches Nutzungsrecht / Nutzungsdauer ist erforderlich?
  • wozu dient Content-ID auf YouTube?

  • Warum kann ich nicht einen Song aus dem Radio nehmen?
    Wer für sein kommerzielles Video ohne Nachfragen oder Lizenzierung einfach einen Charthit für sein Video nutzt, läuft Gefahr, sich massive Probleme einzuhandeln. Master-, Persönlichkeits- und Synchronisationsrechte erfordern die Erlaubnis des oder der Komponisten, Verlags sowie des Inhabers der Master-Rights (also das Recht an der eigentlichen Aufnahme). Der Urheber des Songs ist so gut wie sicher Mitglied einer Verwertungsgesellschaft, die sicherlich die Tantiemen für das Lied einfordern wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Künstler aus dem Ausland stammt. Die GEMA hat aus diesem Grund Verträge mit ausländischen Verwertungsgesellschaften. Die strafrechtlichen Folgen und deren Kosten kommen dann noch dazu. Bekannte Songs aus dem Radio zu lizenzieren, kann einen erheblichen Aufwand für die Rechteklärung bedeuten. Sollte man in der Werbung bekannte Songs hören, dann sind diese in der Regel für nicht gerade geringe Gebühren lizenziert.


    Kostenlose Musik – taugt die was und woher nehmen?
    Wenn man online nur gründlich genug sucht, wird man auch kostenlose Musik finden, die sogar für die kommerzielle Verwendung freigegeben ist. Die Qualität variiert hier ebenso wie auf kostenpflichtigen Seiten. Allerdings hat man hier und da keine richtige Garantie, daß es evtl. später passieren kann, daß die Urheber dann womöglich doch in einer Verwertungsgesellschaft (wie der GEMA) registriert sind und die entsprechenden Tantiemen einfordern könnten.

    Bei größeren Projekten z.B. für’s Fernsehen, würde ich persönlich lieber die Finger davon lassen und zu seriösen Quellen zurückgreifen, die auch das sogenannte „Rechte-Clearing“ bereits durchgeführt haben. Das bedeutet, daß sichergestellt wird, daß keine urheberrechtlich geschützte Samples verwendet wurden oder anderweitig ungeklärte Rechtsansprüche bestehen.

    Kostenlose Musik findet man schon, wenn man akribisch danach sucht. Der Großteil des Angebots ist jedoch in der Regel nur für die private Verwendung freigegeben. Möchte man die Songs auch für gewerbliche Anwendungen nutzen, wird der Pool schon erheblich kleiner. Oft sind es nur Appetitmacher, die potentielle Kunden auf die Webseite locken sollen, um kostenpflichtige Lizenzen zu erwerben.

    Zwar besitzt YouTube auch eigene Musik, die frei für den eigenen Kanal genutzt werden kann, jedoch scheint es dort aber auch keine hundertprozentige Sicherheit zu geben, wie in diesem Artikel zu entnehmen ist.


    Anzeige







    Was ist Musik unter Creative-Commons-Lizenz?
    Musik mit einer Creative-Commons-Lizenz, oder auch „CC-Lizenz“ genannt, gibt es in verschiedenen Varianten, um dem Urheber maximale Freiheit über die erlaubten Verwendungszwecke und erforderlichen Bedingungen seiner Musik zu geben. Oft erfordert eine solche Lizenz, daß der Song nicht abgeändert werden darf und der Urheber im Film (Abspann) genannt werden muß. Oft wird auch die kommerzielle Nutzung untersagt. Für beispielsweise Studentenfilme ist diese Art der Musik-Lizenzierung eine hervorragende Möglichkeit, an hochwertige Songs für das Filmprojekt zu gelangen. Wer mehr über die CC-Lizenzen erfahren möchte, kann dies hier nachlesen: https://creativecommons.org/licenses/


    Downloadportale für gemafreie Musik
    Ist das Budget sehr knapp und der Abgabetermin schon bedrohlich nah, bieten sich Musik-Libraries mit Stock Music an. Diese liefern zu moderaten Preisen vorgefertigte Musik, die alle möglichen Genres und Themen abdeckt. Das Angebot ist hier relativ groß und man hat die Qual der Wahl. Da jedoch alles gut katalogisiert und verschlagwortet ist, kann man sich über die Suchfunktion dem gewünschten Song annähern. Für die Allermeisten wird es sicherlich kein Problem darstellen, auch auf englischsprachigen Seiten zu suchen. Dank des Online-Tools „Google-Übersetzer“ oder „dict.leo.org“ haben aber auch alle anderen Musiksuchende eine gute Hilfe zur Hand.

    Auf einigen Library-Seiten findet man schonmal Lizenzbedingungen, die eher einem Labyrinth ähneln. Man kann dadurch schnell verunsichert werden und rauft sich die Haare, bevor man zur nächsten wechselt, um eventuell ein transparenteres Lizenzmodell vorzufinden. Das ist in der Regel aber gar nicht nötig. Wer einfach eine Mail mit seiner Frage zur benötigten Lizenz an den Betreiber der Seite schickt, bekommt ganz unproblematisch die Information. So hat man dann auch schriftlich die Bestätigung, ohne lange in irgendwelchen Listen nach dem benötigten Einsatzzweck zu suchen. Man spart dadurch wieder Zeit ein, die man sicherlich besser nutzen kann.

    Gemafreie Downloadportale liegen immer mehr im Trend, weil Filmschaffende eine transparente Kostenkontrolle erhalten. Oft wird nur einmal für den gewünschten Titel gezahlt, der dann für unbegrenzte Zeit im jeweiligen Projekt verwendet werden kann. Sei es ein Imagefilm, der auf der Homepage als Visitenkarte eingebunden wird, oder ein Werbevideo auf YouTube.

    Auch auf toyinvention.de ist die Musiklizenzierung einfach, transparent und fair. Kostengünstig kann jeder Song sofort im Projekt verarbeitet werden. Ein obligatorisches GEMA-Freistellungszertifikat sorgt zudem für Rechtssicherheit, um bei einer GEMA-Kontrolle keine unerwarteten Kosten befürchten zu müssen. Denn die sogenannte „GEMA-Vermutung“ geht davon aus, daß jedes Musikstück der GEMA-Pflicht unterliegt. Eine ausführlichere Erläuterung dazu kann man hier nachlesen: https://toyinvention.de/gemafreie-musik/

    Die GEMA-Freistellung beinhaltet alle Angaben, die im Falle einer GEMA-Überprüfung benötigt werden. Sollte die GEMA dennoch der Meinung sein, daß Lizenzgebühren gezahlt werden müssen, ist dies schlicht falsch und für unsere Musik nicht zutreffend!


    Ich benötige ständig Musik – gibt es auch Flatrate-Angebote?
    Wie zu erwarten war, haben zahlreiche Anbieter von Stock Music schon seit geraumer Zeit auch Flatrates in ihrem Angebot. Für einen festen Jahres- oder Monatsbeitrag kann man dann eine festgelegte Anzahl an Songs downloaden. Ziemlich praktisch für beispielsweise Werbeagenturen, die einen größeren Bedarf an Musik haben. Bei uns gibt es alternativ Spar-Pakete, die du dir unbedingt mal ansehen solltest.

    Vorteil: man kann zu unschlagbaren Preisen Musik verwenden, die unkompliziert verarbeitet werden kann.

    Nachteil: die Festlegung auf einen Anbieter ist Voraussetzung, so daß der Stil oder die Bandbreite an verfügbarer Musik den eigenen Bedürfnissen entsprechen sollte.

    Hin und wieder tauchen in den Suchergebnissen für “GEMAfreie Musik” auch Anbieter auf, die mit extremen Flatrate-Preisen sogenannte “Royalty Free Music” anbieten. Diese Bezeichnung lässt sich jedoch nicht in jedem Fall mit GEMAfreier Musik vergleichen. “royalty free” bedeutet erstmal grob, dass nur einmal für die Musiklizenzierung bezahlt wird und nicht bei jeder erneuten Nutzung Zahlungen an den Lizenzgeber anfallen. Es bedeutet aber nicht automatisch, dass keine Zahlungen an Verwertungsgesellschaften anfallen könnten. Denn Musik, die zwar “royalty free” angeboten wird, kann GEMAfrei sein, muss sie aber nicht. Sollte der Urheber sein Werk bei einer Verwertungsgesellschaft registriert haben, sind für bestimmte Nutzungen, die man vor einer Lizenzierung abklären sollte, Abgaben zu zahlen.


    Anzeige





    Auftragskomposition – Musik nach Maß
    Wenn ein Spielfilm für’s Kino vertont wird, ist fast immer individuell komponierte Musik im Spiel. Es ist nicht immer möglich, einen Film mit bereits vorhandenen Songs perfekt zu unterlegen. Mal passt es hier nicht, mal da. In großen Produktionen ist individuelle Musik selbstverständlich. Aber leider hat die Auftragskomposition auch einen höheren Preis. Der sich bei ausreichendem Budget jedoch mehr als lohnt. Egal ob Werbung, Spielfilm oder anspruchsvoller Dokumentarfilm – die Individuallösung ist der Standard, wenn eine Produktion überzeugen soll. Zudem ist ein direkter Kontakt zum Komponisten ein entscheidender Vorteil bei der Realisierung eines Projektes.

    Angemerkt sei die Tatsache, daß sich viele Musikschaffende dem harten Preiskampf angepasst haben und zu bezahlbaren Preisen eine Auftragsproduktion abwickeln. Wir gehören ebenso zu den Dienstleistern, die ein gutes Preis-Leistungsverhältnis anbieten möchten.

    Dazu sei erwähnt, daß selbst bei kurzen Musikstücken der Zeitaufwand genau so hoch sein kann, wie bei einem längeren Song. Ideenfindung braucht seine Zeit, egal ob das Lied 30 Sekunden oder fünf Minuten lang werden soll. Eine Kosten-Angabe pro Minute ist eine oft verwendete Berechnungsgrundlage – so auch bei uns. Zwar ist das eigentlich ein Widerspruch zum vorher gesagten, aber ohne eine Festlegung auf eine Abrechnungsart wird die Sache intransparent.

    Brauche ich als Komponist beispielsweise überdurchschnittlich lange, um auf eine passende Idee für ein Stück zu kommen, wird sich der Kunde nachher über eine Rechnung wundern, die ihm die Schuhe auszieht, würde man stur mit einem Stundensatz abrechnen. Beachten sollte man aber jeden zusätzlichen Änderungsaufwand. In der Regel ist eine Korrektur des Songs im Preis enthalten. Jeder Korrekturwunsch, der danach ausgeführt werden soll, wird – wie bei uns – zusätzlich nach Zeitaufwand berechntet.

    Ein bei Projektstart geschlossener Vertrag schafft Klarheit über die zu erwartenden Kosten. Branchenüblich ist überdies vorab eine Anzahlung von 50% des veranschlagten Endpreises.


    GEMA-pflichtige oder gemafreie Musik?
    Wie auch schon im Abschnitt „Kostenlose Musik“ erwähnt, kommt es auf den Verwendungszweck an. Wird der Film beispielsweise im Fernsehen gezeigt, kann man davon ausgehen, daß vorwiegend GEMA-pflichtige Musik zum Einsatz kommt. Das gibt den Verantwortlichen Sicherheit, weil sie eine festgelegte Vergütung für die Nutzung an die GEMA zahlen. Es drohen keine unvorhergesehenen Überraschungen, weil alles nach einem festgelegten Tarifschlüssel berechnet wird.

    Das soll nicht heißen, daß auf gemafreien Musikseiten mit irgendwelchen Überraschungen zu rechnen ist. Zu diesem Zweck gibt es ja – so wie bei uns auch – Lizenzbestimmungen. Teilweise werden von vielen gemafreien Musikanbietern für die Nutzung in TV vergleichsweise hohe Lizenzgebühren verlangt. Dies ist legitim, da die Urheber ja später keine Ausschüttungen durch eine Verwertungsgesellschaft erhalten.



    Songs mit oder ohne Gesang
    Je nach Einsatzgebiet sind Songs mit Gesang eine Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu wecken und ein bestimmtes Gefühl zu vermitteln. Gesang wird vom Menschen sehr viel intensiver wahrgenommen als reine Instrumentalmusik. Somit kann sich – besonders in der Werbung – ein Song mit Gesang positiv auf die erwünschte emotionale Aussage auswirken. Dagegen ist bei Anwendungen – wie beispielsweise einem Erklärvideo – Instrumentalmusik besser geeignet.


    Sound-Branding ja oder nein?
    „Sound-Branding“ oder auch „Sound-Design“ sind Möglichkeiten, durch einen speziell kreierten Sound eine ganz spezielle Wirkung zu erzielen, die für ein Produkt, eine Marke oder ähnliche Dinge geeignet sind. Logo-Design ist im Printbereich ein vergleichbares Thema. Um eine „Corporate Identity“ zu schaffen, bedarf es gezielter Vorgaben – sowohl in optischer als auch in akustischer Hinsicht. Wer kennt nicht die fünf Töne, die ein großer Telekommunikationsanbieter als sein Erkennungsmerkmal in unser Hirn gebrannt hat. Oder das bekannte „Ich liebe es“ einer großen Fast-Food-Kette. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

    Überall, wo ein Wiedererkennungswert der Zielgruppe eine bestimmte Wertigkeit vermitteln soll, steigert ein Sound-Branding den sogenannten „Return on Investment“ (die prozentuale Relation zwischen Investition und Gewinn). Große Firmen wissen, wie wichtig diese Art der Kommunikation ist.


    Welches Nutzungsrecht / Nutzungsdauer ist erforderlich?
    Sowohl bei der einfachen Lizenzierung eines Download-Titels als auch bei der Beauftragung eines Komponisten für die Musik- oder Logo-Produktion muß man sich mit den Fragen über Nutzungsrechte und Nutzungsdauer auseinandersetzen. Hier gibt es große Unterschiede. Soll z.B. ein Logo für eine Marke in Auftrag gegeben werden, ist frühzeitig zu klären, wie die Vergütung in einer festgelegten Zeitspanne erfolgen soll. Auch Beschränkungen hinsichtlich des geplanten Mediums sind zu beachten.

    Oft findet man Lizenzbestimmungen, die z.B. für ein Jahr eine bestimmte Lizenzgebühr festlegen. Hier muß man im Auge behalten, wie lange die Musik genutzt werden soll, um den Kosten-Nutzen-Faktor besser einschätzen zu können.


    Anzeige







    Wozu dient Content-ID auf YouTube?
    Wird ein Video auf YouTube geplant, sollte man sich informieren, ob der zu lizenzierende Song in einem „Content-ID-System“ registriert ist. Ein Anbieter, der seine Musik bei einem Content-ID-Dienstleister angemeldet hat, möchte verhindern, daß seine Stücke unrechtmäßig verwendet werden. Durch dieses System – das leider nicht ohne Nachteile ist – erkennt YouTube, ob und von wem ein Musikstück registriert wurde. Man erhält einen Warnhinweis, einen sogenannten „Copyright Claim“, der besagt, daß dieser Song von jemand anderem stammt.

    Nun kann der Rechteinhaber entscheiden, ob er das Video komplett blockt, stummschaltet oder nur bestimmte Plattformen (Geräte, Apps oder Webseiten) blockt. Alternativ kann er das Video weiterhin online lassen, dafür aber die Schaltung von Werbeanzeigen verlangen. Da die Klärung eines Claims immer eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, zahlt es sich aus, sich im Vorfeld bereits über diese Problematik zu informieren.

    Anmerkung: Bestimmte Künstler, die einen hohen Bekanntheitsgrad haben, kommen gewissermaßen an der Registrierung durch ein Content-ID-System nicht vorbei. Denn es wird wohl immer wieder skrupellose Kriminelle oder ignorante Konzerne geben, die versuchen werden, durch die Registrierung fremder Songs die Werbeeinahmen in die eigene Tasche fliessen zu lassen. Sollte ein Urheberrechts-Hinweis erscheinen, ist eine simple Mail an uns die beste Lösung. Wer mehr über das Content-ID-System erfahren möchte, kann hier weiterlesen.


    Fazit
    Man sieht, die Suche nach passender Musik kann einen erheblichen Zeitaufwand bedeuten. Wer zudem auch noch nach bestimmten Musikstilen sucht, für den kann eine Beratung durchaus Sinn machen. Besonders bei kleineren Seiten – wie unserer – bieten die Betreiber gerne eine kostenlose Vorauswahl an, um sich positiv von Mitbewerbern abzuheben.

    Da in den letzten Jahren immer mehr Musik den Markt überschwemmt, ist es nicht verwunderlich, daß die gleiche Musik auf verschiedenen Portalen zu finden ist. Das ist für die Künstler eine tolle Sache. Für den oder diejenige, die Musik lizenzieren möchte eine Situation, die bewirkt, daß die Preise für ein und das selbe Lied stark schwanken können. Wer dies umgehen möchte, muß sich auf Anbieter beschränken, die nur exklusives Material in ihrem Katalog haben. Es ist obendrein dann auch etwas unwahrscheinlicher, daß der lizenzierte Song dann in einer Konkurrenzproduktion auftaucht. Wer dies gar nicht möchte, muß sich die Musik komponieren lassen.

    Das Thema Musiklizenzierung ist natürlich sehr viel umfangreicher, als ich es hier anreiße. Wer maximale Qualität verlangt, muß entweder ein gutes Ohr für ebensolche haben, um auf günstigen Seiten das Beste für sein Projekt zu finden, oder auf höherpreisige Anbieter setzen, die evtl. auch – neben der garantierten Premiumqualität – auch exklusive Inhalte bereitstellen.

    Mit Musik Geld verdienen

    Eventuell hast du dich ja schon einmal gefragt, ob man im Internet eventuell seinen Lebensunterhalt mit seiner selbst komponierten Musik bestreiten kann. Die Frage kann man nicht einfach mit ja oder nein beantworten. Das Thema „Auftragsproduktion“ lasse ich jetzt mal bewusst weg, weil am Thema Produktionsmusik das passive Einkommen viel interessanter ist. Um sich ein Bild machen zu können, muß man sich vorab erst einmal einige Fragen stellen:

  • Möchte ich Produktionsmusik oder Unterhaltungsmusik machen?
  • Kann ich Fans für mich begeistern?
  • GEMA-frei oder lieber doch einer Verwertungsgesellschaft beitreten?
  • Habe ich das nötige Equipment?
  • Reichen meine musikalischen Fähigkeiten aus?
  • Habe ich einen Plan, wie ich am besten vorgehe, um meine Musik zu Geld zu machen?
  • Bin ich bereit, überdurchschnittlich viel Zeit in meine Musik zu investieren?
  • Bin ich finanziell abgesichert, sollte mein Plan nicht aufgehen?


  • Produktionsmusik oder Unterhaltungsmusik
    Es ist nicht so, daß man sich auf eine Sparte festlegen muß; man kann schließlich auf mehreren Hochzeiten tanzen. Jedoch hat jede Musikart andere Zielgruppen, die sich erheblich voneinander unterscheiden und auch völlig andere Anforderungen an die Musik stellen. Wenn jemand ein leidenschaftlicher „Band-Musiker“ ist, der das Livespielen als seine Erfüllung sieht, ist er in der Unterhaltungsmusik wohl am besten aufgehoben. Sollte er oder sie auch noch gute Kontakte zur Studioszene haben, wäre auch ein Arbeiten als Studiomusiker denkbar – vorausgesetzt man kann sich spieltechnisch gut auf die benötigten Anforderungen einstellen. Denn es bedienen sich selbst professionelle Bands spezialisierter Studiomusiker, die für’s Album bestimmte Passagen oder ganze Songs einspielen, die manche ausgesprochene „Live-Musiker“ im Studio so nicht hinbekommen.


    Kann ich Fans für mich begeistern?
    Sollte der Weg zum Unterhaltungsmusiker dein Favorit sein, muß man Fans für sich gewinnen. Ansonsten geht dein / euer veröffentlichtes Album in der breiten Masse schlicht unter oder ihr verkauft keine oder nur unzureichend Konzertkarten. Voraussetzung ist, daß deine Musik die Leute begeistern muß. Denn ich behaupte einfach mal, daß man mit balinesischer Gamelanmusik nicht weit kommen wird. Egal wie gut oder kommerziell deine Musik auch ist, du kommst um eine gute Promotion-Strategie nicht herum. Leider reicht es nicht aus, das genialste Album aller Zeiten aufgenommen zu haben. Man muß die Leute auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen ansprechen und für sich gewinnen. Aufgrund der unüberschaubaren Möglichkeiten, die es im Netz gibt, gilt es, hier einen Schlachtplan auszuarbeiten, den man dann zielstrebig verfolgen sollte. Gegebenenfalls ist es eine gute Idee, wenn man sich hierfür individuell von spezialisierten Agenturen oder Promotern beraten lässt. Hier ist einige Vorsicht geboten, um nicht Betrügern in die Hände zu fallen, die einem zwar gerne das Geld aus der Tasche ziehen, jedoch im Anschluss nichts oder kaum etwas dafür leisten. Das Szenario von einer großen Plattenfirma entdeckt zu werden, lasse ich mal ganz aussen vor. Sollte es denn wirklich passieren, empfehle ich, einen Anwalt für Musikrecht aufzusuchen und den Vertrag der Plattenfirma prüfen zu lassen. Dann steht der steilen Karriere nichts mehr im Wege. Um dann auch wirklich Geld verdienen zu können, ist eine Anmeldung bei der GEMA oder einer vergleichbaren Verwertungsgesellschaft in diesem Fall der eher logische Schritt. Solltest du dich dazu entscheiden, keine eigenen Songs zu komponieren, sondern ausschliesslich ausübender Künstler zu sein, ist die GVL für dich zuständig, die die sogenannte “Zweitverwertung” verwaltet.

    Die Produktionsmusik ist eine ganz andere Geschichte. Man spielt eher indirekt für ein bestimmtes Publikum; primär für ein bestimmtes Produkt oder eine konkrete Stimmung – etwa für einen Spielfilm oder einen Werbespot. Man hat keine Fans, die einem zujubeln oder nach einem Song applaudieren. Man hat die Aufgabe, ein Musikstück zu komponieren, daß sich im besten Fall für eine breite Palette an Anwendungen eignet und sich aufgrund dessen auch gut verkauft. In vielen Fällen wird man auch nie erfahren, wer die Musik erworben hat und wofür sie verwendet wurde (abhängig davon, auf welcher Verkaufsplattform man seine Musik anbietet). Produktionsmusik verlangt oft auch, sich dem Markt, den aktuellen Trends oder Stilrichtungen, die gerade angesagt sind, anzupassen. Egal, ob man sie mag oder nicht. Es sei denn man sieht sich als Trendsetter und kreiert gerade den neuesten Beat am Markt. In der Realität bleibt der „Produktionsmusik-Mensch“ im Hintergrund, wird eher nicht berühmt und muß einfach nur das abliefern, was multimedial gerade gefragt ist. Wer damit gut leben kann, für den ist „Production Music“ genau das Richtige!


    GEMA-frei oder lieber doch einer Verwertungsgesellschaft beitreten?
    Auch wenn man Produktionsmusik macht, stellt sich die Frage: „trete ich einer Verwertungsgesellschaft bei oder nicht?“.
    Ich persönlich habe mich gegen eine Mitgliedschaft bei einer Verwertungsgesellschaft entschieden, um frei bestimmen zu können, wie und wo ich meine Musik verkaufe. Aber auch hier sollte man alle Vor- und Nachteile genau abwägen. Sollte meine Musik einmal in einem Fernsehwerbespot auftauchen, erhalte ich keine Verwertungsgebühren. Wäre ich Mitglied bei z.B. der GEMA, würde ich bei jeder Ausstrahlung dieses Werbeclips eine Vergütung erhalten, die nach einem festgelegten Tarifschlüssel bestimmt wird.
    „Es ist doch dann dumm, daß du kein Mitglied bei der GEMA bist!“, wird vielleicht so mancher sagen.
    Jein. Die Käufer GEMAfreier Musik wollen eben genau eins nicht: GEMA-Gebühren zahlen. Und die Nachfrage besteht zweifellos. Das Dumme an der GEMA ist, daß ich mir als GEMA-Mitglied nicht die Songs aussuchen kann, die dort angemeldet werden oder nicht. Sonst könnte ich GEMA-Mitglied sein und mein Portfolio einfach aufteilen. Bei der GEMA geht das entweder ganz oder garnicht – für mich nicht mehr zeitgemäß und total unverständlich.

    Allerdings geht auch im Bereich „GEMAfreie Musik“ der Trend klar zu Dumpingpreisen und Flatrate-Angeboten. So wie die Tante-Emma-Läden damals nicht überlebt haben, werden die kleinen Shops irgendwann wohl auch nur noch ein Schattendasein fristen.


    Anzeige





    Habe ich das nötige Equipment?
    Seit ultraschnelle Computer selbst komplexe Musikkompositionen mit CPU-hungrigen Plugins locker bewältigen, kann man mit vergleichsweise wenig Geld schon einiges anstellen – im Gegensatz zu früher, wo noch ein ganzer Gerätepark angeschafft werden musste. Dank freier DAW’s (Digital Audio Workstations), die ermöglichen, mehrspurig Audioaufnahmen und MIDI-Sequenzen zu verarbeiten, sowie etlicher Freeware-Plugins von Klangerzeugern und Klangformern (wie beispielsweise Equalizer oder Kompressoren), ist man mit einem schnellen Rechner schon gut aufgestellt. Hinzu kommen – je nach Anspruch und Anwendung – edle Mastering-Plugins, Mikrofone, Audiointerface, Abhörmonitore oder hochqualitative Sound-Libraries. Hier ist nach oben dann ziemlich viel Luft, insbesonders, wenn man im orchestralen Bereich tätig werden möchte.

    Vielleicht denken manche, wenn sie keine Waves-Plugins besitzen und nicht mit Pro Tools arbeiten, könnten sie auch keine professionell klingenden Aufnahmen produzieren. Das ist aber Unsinn. Viele der Werkzeuge werden völlig überbewertet. Sicherlich gibt es einige Plugins, die ein Producer als Geheimwaffe einsetzt. Mit der Grundausstattung hast du aber bereits alles, was man für das Produzieren von gut klingenden Kompositionen braucht. Ein erfahrener Producer wird aus einem Freeware-Programm ohne teure Plugins hundert Mal mehr rauskitzeln, als das, was ein Anfänger nicht mal ansatzweise mit Pro Tools und allen Waves-Plugins zusammen hinkriegen würde.

    Viel wichtiger als die Ausstattung des Rechners ist nämlich das Wissen, sämtliche Werkzeuge auch produktiv und gewinnbringend zu bedienen. Wem die Wörter „Equalizer“, „Kompressor“, „Sidechain“ oder „Mastering“ nichts oder eher kaum etwas sagen, der sollte sich zunächst einmal einige Grundlagen der Signalverarbeitung aneignen. Hierzu gibt es – speziell auf YouTube – massenhaft Anleitungen. Denn wenn ich Produktionsmusik verkaufen möchte, wird jeder Vertriebspartner fertig gemasterte (also komplett verarbeitete und für die Produktion sofort einsetzbare) Audio-Dateien verlangen. Es mag einige Ausnahmen geben, jedoch ist dies die Regel.

    Und als Referenz kann man sich schonmal die Konkurrenz-Stücke auf der jeweiligen Seite anhören. Wenn deine nicht mal annähernd vergleichbar sind, dann warte lieber mit der Bewerbung und arbeite an der Qualität, bis deine Songs einen Vergleich nicht zu scheuen brauchen. Bemerkst du, daß deine Songs vorne und hinten nicht mit dem Stil der Songs in der Library harmonisieren, gehe zur einfach zur nächsten, die besser passt. Du selbst wirst dich weiterentwickeln und vielleicht ist der richtige Zeitpunkt einfach noch nicht da.


    Reichen meine musikalischen Fähigkeiten aus?
    Auch hinsichtlich der Kreation von Musik hat sich aufgrund moderner Produktionsmittel einiges geändert. Wo in den frühen Zeiten des Tonbands noch alles per Hand eingespielt wurde, erleichtern heute zuvor erwähnte DAW’s oder Sequenzer mit etlichen Tools die Arbeit erheblich. Nicht nur im Bereich der elektronischen Musik gibt es auch für Kreative, die eben kein Instrument im herkömmlichen Sinne spielen, die Möglichkeit musikalisch aktiv zu werden. Es entstehen dann vielleicht neue Spielarten oder gar komplett neue Genres. Die Entwicklung neuartiger Werkzeuge zur Musik-Kreation hört nicht auf und die Zukunft hält sicherlich noch das eine oder andere bahnbrechende Spielzeug bereit.

    Es stellt sich hier allerdings die Frage nach der kommerziellen Tauglichkeit oder Verwendbarkeit der Kompositionen. Da der Mainstream-Markt schon ziemlich übersättigt ist, sind es zukünftig vielleicht gerade diese neuartigen Werke, die dann gefragt sind. Bis jetzt hält sich nach meiner Erfahrung jedoch noch der „massenkompatible“ Sound, den man in etlichen Kopien und Variationen auf zahlreichen Library-Seiten hört. Wobei wir wieder bei den musikalischen Fähigkeiten wären. Viele dieser Songs sind weder musikalisch noch handwerklich besonders anspruchsvoll. Was die überdurchschnittlich kommerziell erfolgreichen Songs jedoch von den übrigen unterscheidet, ist oft ein spezieller Sound, eine geniale Kombination von Sounds oder eine besondere Instrumentierung oder Melodie – also in gewisser Weise dann doch wieder anspruchsvoll ;-). Aber nicht immer so, daß man es mit bescheidenen Mitteln nicht auch hinbekommen könnte.

    Der eine oder andere ist vielleicht in einem bestimmten Genre sehr stark und könnte sich darauf spezialisieren. Es nützt herzlich wenig, wenn ein eingefleischter Rocker unbedingt sämtliche Genres abdecken möchte, dabei aber total unglaubwürdige Songs produziert. Sicherlich ist nichts angeboren und kann auch erlernt werden. Aber manchmal ist die Fokussierung auf ein Thema doch die bessere Wahl. Das muß jeder für sich entscheiden.


    Anzeige





    Ein beliebter Leitsatz in der Produktionsmusik lautet: „keep it simple“. Denn als enthusiastischer Musiker möchte man gerne seinen Song so abwechslungsreich wie möglich gestalten. Leider verhindert die – eigentlich ja positiv zu bewertende – Kreativität oftmals die Lizenzierung des Stückes. Wo der Musiker hocherfreut seinem phänomenalen Gitarrensolo lauscht, ärgert sich der Filmschaffende über selbiges, weil in seinem Video an dieser Stelle eine Sprecherin die tollen Produkt-Features erklärt und das Gitarrensolo alles andere als unterstützend wirkt. Das heisst nicht, dass nicht auch ein Gitarrensolo in einem Song sinnvoll sein kann. Ich möchte hiermit nur veranschaulichen, wie sich die eine oder andere musikalische Entscheidung auswirken könnte.

    Habe ich das gleiche Stück mit dem besagten Gitarrensolo zusätzlich noch als Version ohne Solo und ggf. noch im Hinblick auf die Verwendbarkeit als Hintergrundmusik bereitgestellt, sind wieder alle zufrieden und das Video wird dann vielleicht doch noch mit diesem Song unterlegt bzw lizenziert. Grundsätzlich fährt man bei der Erstellung von Produktionsmusik immer gut wenn man folgende Varianten bereit stellt:

  • Haupt-Song
  • Variation (evtl. als Hintergrundsong ohne Melodie)
  • 60-Sekunden-Version
  • 30-Sekunden-Version
  • Stinger-Version (kurzes Intro- oder Jingle von einigen Sekunden)
  • Loop-Version (Ausschnitt, der in einer Endlosschleife abgespielt werden kann – abhängig vom jeweiligen Genre)

  • Man muss sich halt beim Komponieren die Frage stellen: „wofür könnte man die Musik später verwenden“? Fällt einem rein garnichts dazu ein, ist das Stück kommerziell wohl eher nicht so geeignet. Man muss also kein musikalisches Genie sein, um Produktionsmusik zu komponieren. Einige Grundlagen der Harmonielehre sind sicherlich nicht von Nachteil.

    Eine weitere wichtige Anforderung an den Komponisten ist die Fähigkeit, den Song ziemlich genau zu verschlagworten und in die sprichwörtliche Schublade zu stecken. Ich persönlich mag im Grunde – musikalisch – gar keine Schubladen; aber leider muß man seine Schlüsselwörter (oder Neudeutsch „Keywords“) mit sehr viel Bedacht wählen. Liegt man daneben, wird der Song zwar unter dem Schlagwort gefunden, jedoch wird der potenzielle Käufer höchstens die Stirn runzeln, wenn er den Song anspielt und das Keyword nicht passt. Ja, es klingt einfach, den Verwendungszweck eines Songs einzugrenzen – erfahrungsgemäß ist es das oft aber eben nicht; besonders wenn man gerade in die Materie einsteigt. Mit der Zeit wird man da sicherer.

    Genauso wie einen guten Titel zu finden. Ich gebe ehrlich zu, daß ich lieber auch tolle und eher tiefgründige Titel mag. In der Library-Music ist aber auch das eher zu vermeiden. Ich habe mal irgendwo gelesen, daß einmal ein „Musikverantwortlicher“ Tracy Chapmans Song „Fast Car“ für ein Video gewählt hat, das ein Autorennen zeigt – jedenfalls sowas in der Art. Man braucht eigentlich nicht viel Musikgefühl, um zu merken, daß die Wahl wohl völlig daneben lag. Lange Rede kurzer Sinn: Es kann schon von Vorteil sein, wenn die Songs beispielsweise „Uplifting Motivating Superbillig Corporate Pop“ oder so ähnlich heißen. In den Suchergebnissen werden diese Stücke dann meist auch ganz oben aufgelistet, sollte jemand einen dieser Suchbegriffe eingegeben haben. Ja, ich gebe zu, das sieht dann immer alles gleich aus und diese charakterlosen Namen gefallen mir überhaupt nicht. Aber wie sagt man so schön: „Der Zweck heiligt die Mittel“.

    mit musik geld verdienen

    Habe ich einen Plan, wie ich am besten vorgehe, um meine Musik zu Geld zu machen?
    Wie auch im Bereich der Unterhaltungsmusik muß ich mir die Frage nach einem Plan stellen. Hier brauche ich keine Fans im klassischen Sinne, sondern Medienschaffende, die genau nach meiner Musik suchen. Angesichts der überwältigenden Masse an Musik, die derzeit den Markt flutet, eine ganz schön schwierige Angelegenheit.

    Aber immerhin kannst du es dir etwas einfacher machen, bis du dann später endlich deine Songs auf den Markt bringst. Du könntest beispielsweise Templates von deinen Songdateien anlegen, um bestimmte Sound- / Instrument-Kombinationen wieder einfach abrufen zu können und für einen neuen Song zur Verfügung zu haben.

    Du kannst dir die kommerziell angesagten Songs anhören und genau studieren, wie sie funktionieren. Du musst das Rad nicht neu erfinden. Beim Komponieren ergeben sich dann automatisch neue Ideen, die man in die bewährten Strukturen einfliessen lassen kann.

    Du schaust dir die Fernsehwerbung an und achtest auf die Songs und wie sie dort eingesetzt wurden.

    Mit der Erstellung der Musik ist es dann aber nicht getan. Bevor ich irgendwas verkaufen kann, muß ich die Musik katalogisieren (wie im vorigen Abschnitt schon angedroht). So ziemlich jeder, der später die Songs verkaufen möchte, braucht die nötigen Grundangaben wie BPM (Beats per Minute; also das Songtempo), Dauer der Stücks, Genre, ggf. die Tonart, Schlagwörter, manchmal die verwendeten Instrumente und eine kurze Beschreibung des Liedes. Man glaubt es nicht, aber es braucht – genauso wie die Komposition – Zeit, und ist unbedingt erforderlich, will man nicht später im absoluten Chaos beim Einpflegen der Titel enden. Das Anlegen einer Datenbank oder Excel-Tabelle mit allen relevanten Angaben ist also Pflicht.

    Auch sollte man beim Exportieren seiner gemasterten Songs darauf achten, verschiedene Auflösungen und Dateiversionen zu erstellen. Sicherlich können diese nachträglich konvertiert werden, bedeutet aber wieder zusätzlichen Arbeitsaufwand. Sinnvoll wären folgende Datei-Versionen:

  • WAV-Datei mit 16bit – 44,1 kHz
  • WAV-Datei mit 24bit – 44,1 kHz
  • WAV-Datei mit 24bit – 48 kHz (gewöhnlich von exklusiven Libraries als Sendeformat benötigt)
  • MP3 – 96kbps
  • MP3 – 128kbps
  • MP3 – 320kbps


  • Vielleicht noch einige Dinge, die man schnell aus den Augen verlieren kann:

  • Bei orchestralen Stücken sollte z.B. die Orchestrierung konsistent bleiben.
  • Die Instrumentierung sollte nicht wild wechseln, beispielsweise mit einem Dance-Intro starten und dann in einen akustischen Teil übergehen. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, wie die aktuelle Chartmusik zeigt; aber nicht immer auch als Produktionsmusik funktioniert.
  • Das Tempo sollte durchgängig gleich bleiben.
  • Gute Songstruktur, die sich mit zwei oder drei Abschnitten steigert – mit kurzem Intro und definiertem Ende (hängt vom jeweiligen Genre ab)
  • Intro kurz halten, da sich ein Kunde meist nur die ersten Sekunden anhört.

  • Anzeige





    Hat man seine ersten Megaseller produziert, sucht man im Netz nach Anbietern für GEMAfreie Musik oder – wenn man sich für eine Mitgliedschaft bei einer Verwertungsgesellschaft entschieden hat – nach Anbietern für Musik, die auch bei der GEMA registriert sein kann oder muß. Davon gibt es sehr viele. Der Markt ändert sich aber ständig. Manche Libraries setzen vor Vertragsabschluß eine Mindestanzahl an Songs voraus. Einige Portale möchten gerne vorab deine allerbesten Songs hören, um zu entscheiden, ob deine Musik auch den erforderlichen Qualitätsansprüchen genügt. Hier hat man meist keine zweite Chance. Die Songs sollten also mit Bedacht ausgewählt werden.

    Solltest du zu den Glücklichen gehören, die Songs einreichen dürfen, diese jedoch möglicherweise abgelehnt werden, nicht den Mut verlieren. Vor allem solltest du aber nicht etwa eine wütende Mail schreiben, warum denn dein toller Song nicht angenommen wurde und rumdiskutieren. Es ist nie persönlich gemeint. Entweder passt dein Song nicht in das Gesamtbild des Shops oder vielleicht klingt er zu altbacken; oder wird wiederum aufgrund einer ganz anderen banalen Bauchentscheidung abgelehnt. Hin und wieder erfährt man den Grund für die Ablehnung. Dann hat man wertvolle Anhaltspunkte, was beim nächsten Mal besser gemacht oder geändert werden sollte.

    Man unterscheidet grundsätzlich zwischen exklusiven und nonexklusiven Verträgen. Wer exklusiv für eine Musik-Bibliothek arbeitet, geht immer ein erheblich höheres Risiko ein, weil noch gar nicht sicher ist, ob auch genügend Verkäufe erzielt werden. Man sollte den Vertrag genau studieren, um ggf. durch Verhandeln eine Klausel einbauen zu lassen, bei einem Nichtverkauf der Songs, diese nach einer bestimmten Zeit wieder zurücknehmen zu können. Denn wenn sich ein Stück auch nach z.B. zwei Jahren nicht verkauft hat, wird es in den nächsten Jahren nicht viel wahrscheinlicher. Der Song ist dann dort begraben und verstaubt.

    Nonexklusiv: ja, es ist schon ärgerlich, sollte ein Kunde das gleiche Stück in unterschiedlichen Libraries zu den unterschiedlichsten Preisen finden. Andererseits – sind wir mal ehrlich – ist es aber auch wieder lächerlich, weil wir mittlerweile auf einem derart niedrigen Preisniveau angekommen sind. Solllte jemand mehr bezahlen, ist es zumindest gerecht. Die niedrigen Preise sind allenfalls für die Betreiber dieser Libraries gut – nicht für die Musiker. Also bleibt den meisten Künstlern gar keine andere Wahl, als auf so vielen Seiten wie möglich ihre Songs anzubieten. Anders könnten sie schlicht nicht von der Musik leben (unberücksichtigt und eher eine Ausnahme sind hier die Top-Künstler, die im Monat ein Jahreseinkommen generieren). Um das Maximum an Einnahmen zu erzielen, ist zweifellos die nonexklusive Variante vorzuziehen. Ausser, man verkauft z.B. auf der eigenen Webseite und hat soviel Verkäufe, daß man davon leben kann. Wenn ja, dann vermutlich nicht mehr lange… 😉


    Bin ich bereit, überdurchschnittlich viel Zeit in meine Musik zu investieren?
    Wer denkt, er könnte heute im Bereich GEMAfreier Musik oder Produktionsmusik mal so nebenbei die große Kohle machen, der irrt. Sicherlich lassen sich schon einige Songs in kurzer Zeit erstellen. Wenn man sich aber ein solides Fundament in dieser Branche aufbauen möchte, kommt man um die Investition von Unmengen an Zeit leider nicht herum. Man sollte nicht unterschätzen, wie zeitaufwendig das Einpflegen der Songs in die Verkaufsysteme der jeweiligen Vertriebspartner sein kann. Es kann auch vorkommen, daß die – teilweise wochenlang – investierte Zeit umsonst war. Entweder erweist sich die verheißungsvolle Plattform als Luftnummer oder ist nach einiger Zeit insolvent oder einfach so vom Markt verschwunden.

    Alternativ kann man auch seine eigene Webseite gestalten oder von einem Profi erstellen lassen (was jedoch seinen nicht gerade geringen Preis hat). Allerdings wirft dies wieder einiges an Fragen auf, die reichlich Stoff für eine ziemlich umfangreiche Abhandlung für sich bietet. Wer jedoch genügend Kenntnisse rund um das Hosten und Verwalten einer Internetseite vorweisen kann, hat schon einen großen Vorsprung und ist in der glücklichen Lage, in Eigenregie eine Verkaufsseite aufzubauen. Sollte man obendrein auch designmässig ein gutes Händchen haben, kann man sich von der Konkurrenz sehr gut abheben und punktet durch einen professionellen Webauftritt.

    In den Anfängen der Produktionsmusik aus dem Internet konnte man noch mit wenigen guten Songs eine Menge Geld machen. Etwas später konnte man mit zahlreichen zumindest brauchbaren Songs noch auf den Streueffekt zählen. Das ist heute durch die Übersättigung leider nicht mehr so einfach möglich. Hinzu kommt der erwähnte Preiskampf, der die Lage zusätzlich verschärft.


    Anzeige





    Bin ich finanziell abgesichert, sollte mein Plan nicht aufgehen?
    Wer sich in seinem Job gut aufgehoben fühlt, sollte sich dreimal überlegen, ob er als Quereinsteiger mit Musik Geld verdienen möchte, nur weil man das Hobby zum Beruf machen will. Vielleicht fragt man sich einfach:

  • Habe ich die Möglichkeit, leicht einen neuen Job zu finden, wenn’s mit der Musik nicht klappt?
  • Bin ich so kreativ, daß ich jeden Tag neue Musik machen kann?
  • Habe ich finanzielle Rücklagen, auf die ich im Notfall zugreifen kann?
  • Unterstützt mich meine Familie vielleicht bei meinem Vorhaben?
  • Versuche ich es mit der Musik vielleicht zuerst nur als Nebenjob?
  • Habe ich bedacht, daß ich Renten- / Krankenversicherungbeiträge zahlen muß?


  • Der Artikel ist für diejenigen gedacht, die selbst Musik machen, sich aber nicht ganz sicher sind, ob Musik für sie nicht mehr sein kann als nur ein Hobby. Es soll ein realistischer und kurzer Einblick in das Thema GEMAfreie Musik oder Produktionsmusik sein. Diese Musik wird es sicherlich in Zukunft noch geben. Der Markt drumherum verändert sich stetig. Was vor einem Jahr noch funktioniert hat, wird im nächsten schon wieder ganz anders sein. Wer auch Rückschläge wegstecken kann und an seiner Musik arbeitet, sich verbessert, der kann auch in Zukunft noch seinen Platz in der Musikbranche finden.

    Sollte es mit der Musik nicht wie erwartet funktionieren, nicht gleich die Flinte in’s Korn werfen. Vielleicht macht mal Musik vorläufig nur als Nebenjob und tastet sich allmählich heran. Hier ein interessanter Tip für Leute, deren Talent eher in Richtung “Geld-Investition” tendiert: https://northern.finance/investieren-lernen/investieren-fur-anfaenger/

    Warum ist das Wasserzeichen in der Musik?

    Die Meinungen gehen auseinander, wenn es um das Wasserzeichen (auf dieser Seite die Stimme, die regelmässig “Music by Toy Invention” sagt) geht. Diese Maßnahme ist (leider) nötig, um zu verhindern, daß die Songs auf Seiten landen, die damit dann illegal Geld verdienen.
    Zwar ist es für den Hörer sicherlich störend, wenn da ständig jemand in die Musik reinplappert, jedoch zeigt die Erfahrung, dass Piraterie im Internet eine ganz alltägliche Sache ist.

    Manche Verkaufsplattformen generieren niedrig aufgelöste Vorschaudateien, was dann aber nach einiger Zeit auch ganz schön das Gehör strapazieren kann. Auf toyinvention.de sind alle Preview-mp3 in der Auflösung von 160 kbps; ein Kompromiss, der schon recht brauchbar klingt.

    Unglücklicherweise erfordert das Hinzufügen eines Wasserzeichens zusätzliche Arbeit, aber die Musik kann nicht gestohlen und auf kriminellen Verkaufsplattformen zu Geld gemacht oder unlizenziert verwendet werden, was dann ziemlich unfair gegenüber den Leuten ist, die sie legal erworben haben.

    Technisch versierte überlisten jedoch auch das Wasserzeichen. So ist es nur einer von weiteren Mechanismen, die als Vorsorge gegen unbefugtes Kopieren in Betracht kommen.

    audio wasserzeichen

    Eine wirksame Massnahme, die eigenen Aufnahmen mit einem zusätzlichen Schutz zu versehen, ist das sogenannte “Content-ID-System”. Hierbei werden die Stücke in eine Datenbank bei einem Content-ID-Dienstleister wie beispielsweise AdRev eingelesen, die dann auf YouTube kontinuierlich den Audioinhalt abgleicht. Wird das betreffende Musikstück gefunden, meldet das System einen Urheberrechtsanspruch. Unrechtmässig genutzte Musik (beispielsweise ohne erworbene Lizenz) kann dann nicht mehr in monetarisierten (mit geschalteten Anzeigen zum Geldverdienen versehenen) Videos genutzt werden.

    Bei Rechteinhabern, die einen starken Bekanntheitsgrad haben, ist diese Vorsorgemaßnahme fast schon zwingend. Wer die Geschichte von Tim Mc Morris kennt, wird den Schritt zum Content-ID verstehen können. Interessierte können es hier erfahren (engl.). Denn die kriminelle Energie so mancher Zeitgenossen kennt bekanntlich keine Grenzen.

    Das System birgt natürlich auch Nachteile. Kunden müssen sich nach der Lizenzierung der Musik und bei anschliessender Veröffentlichung auf YouTube mit der Prozedur des sogenannten “Withelistings” befassen. Dabei wird dem Content-ID-Dienstleister mitgeteilt, dass der Nutzer des YouTube-Kanals eine Lizenz für das registrierte Musikstück erworben hat. Anschliessend kann er sein Video wie gewohnt monetarisieren. Das ist zwar lästig, aber auch kein unzumutbares Hexenwerk.

    Die Musik auf dieser Seite ist nicht in einem Content-ID-Programm. Falls wider Erwarten dennoch Urheberrechtsansprüche nach einer Lizenzierung bei uns auf YouTube angezeigt werden sollten, nur die Ruhe. Eine kurze Mail an uns genügt – wir regeln den Rest. Nach spätestens 48 Stunden sollte der Hinweis verschwunden sein.

    Sunkissed – der Sommer ist da!

    Sunkissen-warmer Song für die Werbung

    Wann immer auch eine warm klingende Untermalung benötigt wird, die intensiv aber unbeschwert nach Sommer klingen soll, liegt man mit “Sunkissed” genau richtig.

    Der mit reichlich Country-Flair angehauchte Mix aus spärlichen Vocals, Piano, Akustikgitarren, Schlagzeug und Violine liegt voll im Trend. Gemafreie Musik, die nicht billig klingt aber dennoch preiswert ist und sich für zahlreiche Anwendungen – insbesonders Werbung – hervorragend einsetzen lässt.

    Logic-Tip “Aufnahme behalten”

    Du hast ein begnadetes, einzigartiges Solo gespielt und warst nicht im Aufnahmemodus? Nun, diese Funktion könnte die Rettung sein.

    Logic zeichnet alle MIDI-Events auf und speichert sie in seinen Puffer, auch wenn keine Aufnahme stattfindet. Drücke einfach die “Aufnahme-Behalten”-Taste in der Steuerungsleiste und wie von Geisterhand erscheint dein Take im Arrangierfenster !!! Puh!

    Die einzige Regel ist, dass du es sofort nach dem Stoppen tun musst. Drückst du allerdings “Play”, bevor du “Aufnahme behalten” drückst, wird der Puffer geleert. Und dann ist das ultimative Solo weg für immer!

    Button-Aufnahme-behalten

    Um dieses Feature zur Steuerungsleiste hinzuzufügen, drückst du mit der rechten Maustaste in den oberen Kopfbereich Logics. Es öffnet sich ein Kontextmenü “Steuerungsleiste und Anzeige anpassen…” – hier setzt du einfach ein Häkchen bei “Aufnahme behalten”.

    Einstellung-Logic-Aufnahme-behalten

    Mittlerweile arbeite ich (zumindest bei reinen MIDI-Aufnahmen) fast nur noch auf diese Art – jedoch mit dem Unterschied, dass ich ein Tastaturkürzel verwende.


    Anzeige